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| Dublin ist als Reiseziel gewiss kein Geheimtipp mehr. Irlands Hauptstadt rangiert diesbezüglich mit London, Paris, Rom und Prag in einer Liga. Zu verdanken ist das ihrer reichen, bis in die Wikingerzeit zurückreichende Geschichte, ihren architektonischen Schätzen, den Museen und Bibliotheken, aber auch ihrer lebendigen Gegenwart. |
Davon zeugen eine vibrierende Musikszene, eine in Europa einzigartige Pub-Landschaft, attraktive Einkaufsstraßen und nicht zuletzt die freundlichen Bewohner der Metropole.

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 Die Christchuch Kathedrale in Dublin. Foto: Tourism Ireland
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Neben den weltberühmten Sehenswürdigkeiten wie dem Book of Kells im Trinity College, dem keltischen Gold im Nationalmuseum oder dem Martello Tower in Dun Laoghaire, den James Joyce unsterblich machte, gibt es aber noch ein Dublin der weniger bekannten Attraktionen. Einige sind hier vorgestellt, nebst verschiedenen Touren, die eine klassische Stadtrundfahrt ergänzen.
Makaber, verrockt oder wässrig unterwegs Der Literary Pub Crawl, vor einigen Jahren von jungen Schauspielern erfunden, machte in den Reiseteilen der Magazine weltweit Schlagzeilen. Die Akteure pilgern mit ihren Gästen zu einigen Pubs mit literarischen Verbindungen und deklamieren unterwegs an geeigneten Stellen Textpassagen aus den Werken irischer Poeten. Die literarische Kneipentour fand auf dem Kontinent zahlreiche Nachahmer und in Dublin regte sie eine Reihe weiterer neuartiger Stadttouren an.
Beispielsweise die Tour Zozismus Ghostly Experience, bei der es unter Führung des blinden alten Mystikers und Geschichtenerzählers Zozismus zu Fuß durch das mittelalterliche Dublin geht. Stätten mythischer Ereignisse und kruder Mordtaten stehen auf der Route. Hin und wieder tauchen ungewöhnliche Charaktere aus Dublins Vergangenheit auf.
Auch beim Walk Macabre geht es um einige dunkle Seiten der Stadt, gerade bei einigen ihrer renommiertesten Quartiere am Merrion Square und am Stephen’s Green. Dazu deklamieren die begleitenden Schauspieler unter anderem Oscar Wilde und Bram Stoker, den irischen Erfinder des „Dracula“.

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 St. Patrick's Day Parade. Foto: Tourism Ireland
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Weniger spirituell geht es naturgemäß zu bei der Dublin Rock n’ Roll Tour. Die Teilnehmer lernen die Clubs kennen, in denen U2 oder die Cranberries ihre ersten Gigs hatten, wo Sinead O’Connor als Kellnerin arbeitete und wo Bob Geldof einen seiner größten Hits schrieb.
Für geschichtlich interessierte Dublin-Besucher gibt es die 1916 Historical Walking Tour, die an die Stätten des tragisch verlaufenen Osteraufstands gegen die britischen Besatzungstruppen führt. Die beiden Guides der Tour haben ein viel beachtetes Buch über die Rebellion geschrieben.
Ganz anderer Art ist die Viking Splash Tour, bei der die Teilnehmer in einem umgebauten Amphibienwagen Platz nehmen, der einst für militärische Zwecke gebaut worden war. Nachdem das hochbeinige Vehikel einige der Sehenswürdigkeiten auf Rädern passiert hat, rollt es im historischen Grand Canal Basin in die Fluten. Der zweite Teil der Besichtigungen findet dann vom Wasser statt.
Abseits der großen Attraktionen Eine Wind- und Wassermühle, eine Modelleisenbahn, die letzte Rose des Sommers in zierlicher viktorianischer Architektur und ein Wappenmuseum – all das ist Dublin und nur wenigen Besuchern bekannt. Die vier Sehenswürdigkeiten sind zwar in dem Büchlein „Dublin’s Top Visitor Attractions“ verzeichnet, aber sie stehen im Schatten von St. Patrick Cathedral, Guinness Storehouse & Co.
Der Museumskomplex Skerries Watermill and Windmills sind Zeugnisse der Industriegeschichte in Irland. Die restaurierte Anlage mit mehreren funktionstüchtigen Wind- und Wassermühlen verarbeitete noch in den 1930er Jahren Getreide zu Mehl und die zugehörige Bäckerei arbeitete noch bis in die 1980er Jahre. Die Arbeitsstätte geht zurück bis ins 16. Jahrhundert, als Mönche die Mühlen bauten und betrieben. Die Bäckerei kam 1840 hinzu.
Die Fry Model Railway ist benannt nach ihrem Erbauer Cyril Fry. Der Eisenbahn-Ingenieur hat in den 1920er und 30er Jahren den größten Teil der Modell von Hand gebaut, mit penibler Detailtreue. Die Anlage, beheimatet in einem Bau im Park von Malahide Castle, ist der irischen Eisenbahngeschichte gewidmet, von den Anfängen bis zur heutigen Zeit.
Die durch eine Ballade berühmt gewordene „Last Rose of Summer“ gedeiht im Glashaus der National Botanical Gardens. Aber nicht nur die seltenen Pflanzen, sondern auch die filigrane Architektur der 1843-69 entstandenen Gewächshäuser wäre einen Besuch wert. Die Dubliner nutzen den prächtigen Park zwar häufig, aber Touristen sind hier eine eher seltene Art.
Dass die traditionsbewussten Inselbewohner mit ihren Steuergeldern einen Chief Herald of Ireland finanzieren, ist nicht ungewöhnlich. Aber dass der oberste Wappenbeamte der Republik ein Heraldic Museum unterhält, wissen vermutlich nicht einmal alle Einheimischen. Dabei heißt es in der Broschüre mit den Top Attractions, wenn auch klein und fast versteckt, dieses Wappenmuseum sei weltweit das einzige seiner Art.
Die gut ausgestattete Broschüre „Dublin’s Top Visitor Attractions“ ist bei den Filialen von Dublin Tourism erhältlich. Sie kostet zwei Euro.
Der Tag für Dublins Odysseus Dublin zelebriert zwei Tage, zu denen Besucher von weither anreisen, den St. Patrick’s Day und den Bloomsday. Letzterer ist zwar kein offizieller Feiertag, wird aber von den James Joyce-Lesern geradezu enthusiastisch begangen.
Benannt ist der Tag nach Leopold Bloom, einer der drei Hauptfiguren des Romans „Ulysses“. Sie sind in dem Buch am 16. Juni 1904 in Dublin unterwegs. Daraus bezieht der Roman, der im traditionellen Sinn keine Handlung hat, seine Szenen, Assoziationen und Gedanken. Für viele Literaturkenner ist diese Umsetzung der Odysseussage eines der wichtigsten, wenn nicht sogar das bedeutendste Werk der zeitgenössischen Literatur.
Joyceans, wie sich die Joyce-Anhänger nennen, feiern das Ereignis alljährlich eine Woche lang mit Lesungen und anderen literarischen Ereignissen. Der Höhepunkt ist der 16. Juni, zu dem sich viele Ulysses-Fans kleiden, wie es Anfang des 20. Jahrhunderts Mode war. Sie pilgern zu den Stätten, an denen „Ulysses“ spielt und überall gibt es mehr oder minder romanhafte Veranstaltungen.
Quelle: Tourism Ireland / bearbeitet von pairola-media
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