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Von der Atlantikküste ins Herz von Paris
Veröffentlicht am Freitag, 08.Juli 2005 um 12:30 Uhr
Thema: Reiseberichte
Kreuzfahrt auf der Seine: kontrastreiche Impressionen
Honfleur, idyllisches Fischer- und Künsterlerstädtchen, eingekuschelt zwischen zwei Hügeln an der Côte de Grace. Weit schweift der Blick von der Mole bis zur gleißenden Horizontlinie, auf der große Frachter wie Modellschiffe kleben. Grünliche Antlantikdünung rollt träge in den grau-braunen Flusstrichter. Vor der kilometerweit entfernten Steilküste am gegenüber liegenden Ufer die wenig ansehnliche Großstadt-, Industrie- und Hafenkulisse von Le Havre. Ausgangsszenario unserer Seine-Kreuzfahrt, „einer der schönsten Routen Europas“, wie es im Prospekt heißt?

Kreidemauern und Riesen
Gemach, Gemach! Schon allein der Bummel durch die mittelalterlichen Gassen stimmt versöhnlich, ja begeistert. Dazu als Apéritif ein Gläschen Calvados, der hier heimisch ist. Warum nicht auch ein paar frische Austern und einen trockenen Weißwein schlürfen? Mit Blick auf den quirligen alten Hafen ein ganz besonderer Genuss. „Savoir vivre“ sagen die Franzosen dazu. Für uns ein gelungener Normandie-Auftakt. C ´est ca!
Überraschung, als nach einschläfernder Busfahrt durch sanft gewellte Wiesen und Weiden plötzlich nicht mehr sattes Grün dominiert, sondern Tintenblau: vor uns das Meer! Die Straße windet sich hinab ins malerische Seebad Etretat. Gewaltige Kreidemauern begrenzen den Kiesstrand: die Alabasterküste. Stürme und Brecher habe bizarre Formen ins Gestein gemeißelt: Türme, Durchbrüche und Kerben. „Sieht ja ganz so aus wie Kreide“, meint jemand schmunzelnd, als uns mittags lokaler Ziegenkäse kredenzt wird.


Hinter der am Heck flatternden Trikolore versinkt ein glühend roter Sonnenball im Atlantik. MS „Viking Normandie“ stiebt mit schäumender Bugwelle in Gegenrichtung. Unter dem Stahlbeton-Band der 215 Meter hohen Pont de Normandie muss sich das flache Schiff nicht ducken. Ihr Schatten streicht quer über das Oberdeck. „Santé!“, „auf eine erlebnisreiche und erholsame Kreuzfahrt!“ Leise klingen die Gläser im Abendwind. Schneller als vermutet verdunkelt sich der Himmel an Steuerbord. Eine schwarze Wand schiebt sich bedrohlich nah ins Bild – die Flanke eines gut 200 Meter langen Massengutfrachters. „Das solche Riesen hier fahren können?!“, staunen die Gäste und recken ihre Hälse. „Weil wir auf Seewasser schwimmen“, witzelt jemand. Aber Spaß beiseite: Der Atlantik drückt seine Wassermassen noch 30 Kilometer stromauf.

Engelszungen und Tiefflieger
Rot und grün blinken die Fahrwassertonnen in die Dunkelheit. Kapitän Patrick Droissart und sein Kollege Jean-Marie Pia steuern jetzt nach dem Kursstrich des Flussradars, dessen Widerschein ihre konzentrierten Gesichter schemenhaft beleuchtet. Derweil genießen die Passagiere das Abendessen. Erste „Bewährungsprobe“ für Küchenchef Jürgen Schmitt. Bis nach drei Stunden die Lichter von Caudebec-en-Caux, frühere Hochburg der Hugenotten, in Sicht kommen. Zeit für einen Calvados-Absacker, den Abend- und Verdauungsspaziergang. Das sanfte Gluckern der Seine an der Bordwand sorgt für wohligen Schlaf.


Grau überragt die Kathedrale Notre Dame das Städtchen, das schon Wikinger, Römer und Gallier sah. Für Heinrich IV. war das 1439 vollendete spätgotische Gotteshaus „die schönste Kapelle seines Königsreichs“. Hören wir richtig? Aus dem Innern dringt englischer Gesang: ein Gast-Chor aus London. Die Zeit reicht noch für einen Abstecher zur Abtei-Ruine Jumièges, natürlich aus normannischem Kalkstein errichtet. Sie trägt auch ein Prädikat: schönste in Frankreich. Hinter der Uferstraße taucht plötzlich ein Flugzeug auf, sozusagen im Tiefflug. Keine Angst, das Gefährt ist aus Stein: ein Denkmal von 1931. Es erinnert an den Polarforscher Roald Amundsen, der mit einer Maschine aus dem hiesigen Flugzeugwerk 1928 der Nobile-Nordpol-Expedition zu Hilfe kommen wollte und dabei spurlos verschwand.

Teufels-Robert und Jeanne d´ Arc
Fünf Stunden Liegestuhl-Pause am Nachmittag. Dazu Landschaft satt: steile Kalksteinklippen, deren bizarre Formen die Fantasie anregen, kontrastieren zu üppigem Grünsaum. Daran ist das perfekte Mikroklima des Seine-Tals schuld: gut bewässert, vor starken Winden geschützt, erwärmt durch die Kreidefelsen mit gemäßigten Wintern, heissen Sommern und warmem Herbst. Für zahlreiche Apfelsorten ideal.
Vor einer Flussbiegung werden wir gewarnt: „Dahinter lauert ´Robert, der Teufel`!“ Gespannt starren alle nach vorn.  Doch es taucht nur eine Burg mit markantem Turm auf.  „Da hauste der Knabe“, verrät ein Geschichtskundiger, „der Vater von Wilhelm dem Eroberer nämlich.“ An dessen Raubzüge erinnert ein zwanzig Meter langes Wikingerschiff – auch das Symbol der Reederei Viking-Flusskreuzfahrten -, ausgestellt in luftiger Schloss-Höhe. Selbst solche flachgehenden Boote zerschellten im frühen Mittelalter an den Seine-Klippen. Der „Schiffsfriedhof“ von Quillebeuf könnte da so manche Gruselgeschichte erzählen. Kapitän Droissart kann darüber nur lächeln: „Seitdem der Fluss durch Baggerungen, Schleusen und Staustufen reguliert ist, können ihn heute große Seeschiffe bis 140.000 Tonnen mit 10,5 Meter Tiefgang 120 Kilometer weit befahren, pas de problème.“ Wofür wir zwei Tage gebraucht haben, das schaffen die dicken Brocken in sechs Stunden.


Riesige Betonsilos und Containerkräne kündigen die Hafenstadt Rouen an. Neben den Hochseefrachtern schrumpft unsere kleine „Normandie“ auf Beiboot-Größe. Hinter einer Brücke wird festgemacht, mitten in der 400.000-Einwohner-Hauptstadt der Region Haute-Normandie. Bis zum nächsten Mittag ist genügend Zeit für fußläufige Stadterkundungen. Besonders lockt die winklige Altstadt mit ihren Fachwerkhäusern, Kirchen und Plätzen, die auch schon die hier geborenen Dichter Corneille und Flaubert inspirierten. Für viele ihrer Kollegen wurde die streitbare Jeanne d´ Arc zur literarischen Vorlage. Als Jungfrau von Orleans wurde sie 1431 in Rouen verurteilt und verbrannt.

Einblicke, Kunst und Finale
Zerklüftete Kalksteinkulissen, scheinbar zusammengehalten von schwarzen Feuersteinbändern,  säumen unseren stillen sechsstündigen Seine-Kurs bis zum malerischen Les Andelys, das von der gewaltigen Festungsruine Château de Gaillard von 1196 bewacht wird. Wir sparen uns die zwanzigminütige Kletterpartie für den nächsten Vormittag auf.


Zum Abendessen bekommt der Küchenchef  Konkurrenz. Eine bunte Jahrmarktstruppe hüllt uns mit leckeren Grillschwaden ein. Die hautnahen sozialen Einblicke in das unkonventionelle Schausteller-Treiben bieten Gesprächsstoff und Lacher ohne Ende. Bis es dunkel wird und wir uns in dem kleinen Gartenlokal am Anleger niederlassen, um Cidre, den normannischen Apfelwein, zu verkosten. Wie lange vor uns schon die großen Meister Balzac, Hugo, Monet, Leger oder Signac. Kriegsberichterstatter Lothar-Günther Buchheim indes hat andere Erinnerungen („Die Festung“) an die Gegend, in der auch Generalfeldmarschall Rommel 1944 sein Quartier bei Roche-Gyon hatte.
Wir jedoch wandeln weiter auf  künstlerischen Spuren bis Vernon. In der Nähe liegt Giverny, das Mekka von Claude Monet-Fans. Der Impressionist lebte und arbeitete hier in seinem selbst geschaffenen Blumen- und Wasserparadies von 1883 bis zu seinem Tod 1926. Sein Landhaus ist heute ein viel besuchtes Museum. Im Garten, durch den sich Menschenschlangen winden, lässt seine Motive wieder lebendig werden, die es als Drucke und Postkarten zu kaufen gibt. Die einstige Maler-Oase, bevorzugt wegen ihres weichen und gedämpften Lichts, kann man allerdings nur noch erahnen.


Paris voraus! Nach einem geruhsamen Flusstag wird es hektisch und die Seine immer stärker eingezwängt zwischen Steinböschungen, Straßen, Eisenbahntrassen, Wohn- und Industrieanlagen. Kapitän und Steuermann hangeln sich gelassen von Schleuse zu Schleuse. Zentimeterarbeit. Bis der Eiffelturm hinter Wolkenkratzern sichtbar wird. „Ah!“ hört man die Oberdeck-Seh-Leute vielstimmig raunen. Landgang? Kein Wort davon. MS Normandie rauscht statt dessen ungerührt am Viking-Anleger vorbei. Zum Finale hat Cruise Manager Lofti Zougghlami nämlich noch eine Überraschungs-Schmankerl parat: die Stadtrundfahrt zu Schiff - unter den Brücken von Paris.  
Peer Schmidt-Walther 

 

Info

Flusskreuzfahrten durch Frankreich erfreuen sich zunehmender Beliebtheit. Zwei Reviere werden – bei einer Reisedauer von acht bis zehn Tagen -  von verschiedenen Veranstaltern zu unterschiedlichen Konditionen angeboten: Rhône/Saône und Seine. Beste Reisezeit: zwischen April und Oktober.
Die Reisen haben den Vorteil, dass man in relativ kurzer Zeit sowohl einen landschaftlichen, als auch einen kulturell-historischen Querschnitt durch Frankreich geboten bekommt. Der Mix zwischen Bord- und Landtagen, Seh- und Erholungstagen  ist ausgewogen. Gefahren wird nur am Tag, so dass einem nichts verloren geht. Auch bleibt genügend Zeit zu eigenen Erkundungen.
Auf einigen kleineren Flüssen und Kanälen verkehren umgebaute Frachtkähne (Penichen), so zum Beispiel auf dem Canal de Bourgogne. Es geht familiärer zu, kann aber auch teurer sein. Die Fahrstrecken sind kürzer, weil es nicht so schnell voran geht. Die Eindrücke sind anders, insgesamt jedoch  nicht so vielfältig wie während einer traditionellen Kreuzfahrt. Hier muss der Gast sich entscheiden, was ihm lieber ist.

 

->>> Flusskreuzfahrten
   


 

 

 


 
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