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Leid und Lebenslust - die Karwoche in Sevilla
Veröffentlicht am Samstag, 26.Februar 2005 um 08:00 Uhr
Thema: Spanien Reisen
Karfreitag in Sevilla. Es ist kurz nach Mitternacht. Die Menschen drängeln sich auf dem Platz vor der Basilica de la Macarena, der Mutterkirche der berühmtesten und größten Bruderschaft Sevillas, der Hermandad de la Macarena. Ein Raunen geht durch die Menge, als sich das Kirchenportal weit öffnet und der erste der beiden Pasos mit einer prachtvollen Christusdarstellung auf einem über und über mit Blumen, Kerzen, Samt und Gold dekorierten Tragegestell zum Vorschein kommt.
Mittlerweile hat sich der Zug, allen voran Trommler, Hornbläser und das leitende Kreuz, das „Cruz de Guía“, in Bewegung gesetzt. Die Musik setzt ein und die gröβte und zeitlich auch längste Prozession der Semana Santa, der Karwoche Sevillas, nimmt ihren Anfang. Die Menschen verfallen in Jubel, als der zweite Paso zum Vorschein kommt, trägt er doch die beliebteste Marienstatue Sevillas, die Virgen de la Esperanza, unter einem silbernen Baldachin von unzähligen leuchtenden Kerzen eingerahmt. Die Schutzherrin der Stierkämpfer, im Volksmund „La Macarena“ genannt, wurde im 17. Jh. von einem unbekannten Künstler geschaffen. Noch älter, nämlich aus dem 16. Jh., ist die Bruderschaft, die sie als ihre Heilige verehrt.


Die Prozessionen in der Karwoche brinden in Sevilla die Massen auf die Straße.
Foto: Turspain

Die tonnenschweren Pasos werden von den „costeleros“ getragen, mehr als 40 Männer in weißen T-Shirts und Hosen mit einer Schärpe um die Hüften. Sie verschwinden fast gänzlich unter dem schweren Paso, der auf ihren Schultern und Köpfen ruht. Langsam, in wiegenden Schritten bewegen sie sich ohne zu sehen vorwärts. Zum Schutz ihres Kopfes haben sie ein Tuch umgeschlungen. Bis 1973 handelte es sich um bezahlte Träger, die für die Bruderschaft arbeiteten. Seit damals sind es Mitglieder, die als „costeleros“ ihren Bußritus in der Karwoche auf diese Weise begehen. Sie erhalten das Zeichen zum Anhalten oder Weitergehen vom „capataz“, einem „Aufseher“, der mit einem dreimaligen Klopfzeichen während der Stille oder mit einem Ruf während der Musik angibt, wann der Paso wieder angehoben wird.

Das Herz der Semana Santa von Sevilla sind neben den Trägern der Pasos die Nazarenos und Büßer. Es ist eine uralte Tradition in der Stadt, dass das Mitglied einer Bruderschaft schon seine jüngsten Nachkommen wieder bei der Bruderschaft einschreibt. Viele der mehr als 50 bestehenden „hermandades“ und „cofradias“ Sevillas, die aufgrund ihres Glaubens und zu karitativen Zwecken gegründet wurden, haben so die Jahrhunderte überlebt. Der Höhepunkt des Jahres bildet für sie die Prozession in der Karwoche und das Bußritual, das diese Prozession beinhaltet. Die Karwochen-Prozessionen gehen zurück auf das Jahr 1520, als der erste Marquis von Tarifa einen Kreuzweg ins Leben rief, der an seinem Haus begann, das heute als „Casa de Pilatus“ – „Haus des Pilatus“ bekannt ist. Die Nazarenos teilen sich in drei Gruppen. Sie alle tragen Tuniken – meist weiß und kombiniert mit den charakteristischen Farben der jeweiligen Bruderschaft – die Nazarenos der Macarena sind in grüne Umhänge gehüllt. Spitze Kapuzenmasken verdecken das Gesicht. Die erste Gruppe trägt lange weiße Kerzen, von denen unaufhörlich das heiße Wachs herunter rinnt und sich über die Arme und Gewänder ergießt. Die zweite Gruppe sind die Nazarener der Insignien, die die Standarten und Symbole ihrer Bruderschaft tragen.  Die Insignien werden bei jeder Bruderschaft in derselben Reihenfolge durch die Straßen getragen. Der sogenannte „Senatus“ ist eine Standarte, die an die Zeit der Römer erinnert, mit dem Schriftzeichen SPQR (Senat des römischen Volkes). Der Senatus begleitet nach dem leitenden Kreuz den Paso von Christus. In der Macarena-Bruderschaft erinnert eine wie Römer gekleidete Gruppe von Männern an die Besetzer zur Zeit des Leidens Christi. Ganz in rot mit goldenem Helm und goldenem Brustschild werden sie „armaos“ genannt. Die Insignie „bacalao“ ist eine Standarte mit dem Wappen der Bruderschaft. Ein Nazarener trägt das „Buch der Regeln“ der Bruderschaft, die Marienstandarte mit dem Bildnis von der Unbefleckten Empfängnis ein anderer. Hinzu kommen zahlreiche Flaggen, die je nach Farbe zum Paso Christi oder dem Marien-Paso gehören.  Die dritte Gruppe der Nazarener schließlich bilden die „Penitentes“, Büßer, die nicht die charakteristischen spitzen Masken tragen. Nicht selten sieht man in ihren Reihen schon die Kleinsten, Kinder, die ihrerseits in der Tunika stecken.



Die Plaza de Espana in Sevilla.
Foto: Turspain

„Nazareno dame un caramelo“ – „Nazarener gib mir ein Bonbon“. Dieser Zuruf erschallt häufig. Besonders den Kleinen macht es Spaß ihren an den Gehsteigen zuschauenden Altersgenossen Bonbons zuzustecken. Und immer wieder greifen die Nazarenos in ihre Tuniken und zaubern Unmengen von Süßigkeiten hervor. Hunderte von Nazarenos begleiten die Prozessionen. Bei der Bruderschaft La Macarena sind es mehr als 2.500. War es früher nur den Männern vorbehalten, diesen Weg mitzugehen, so sieht man heute auch viele Frauen, die an der Prozession im Büßergewand teilnehmen. Häufig sind die teilnehmenden Frauen mit der typischen Mantilla schwarz gekleidet. Sie tragen eine Kerze oder rote Rosen.

Schaut man ganz genau hin, so kann man entdecken, dass viele der Nazarenos barfuß den stundenlangen Weg beschreiten, eine besondere Art der Buße oder um ein Versprechen einzulösen.

Begleitet wird der Zug, der sich im langsamen, gleichmäßigen Rhythmus vorwärts bewegt, von Musik. Vorne weg schreiten die Trommler und Hornisten, hinter den Pasos befinden sich Musikkapellen. Das Fagott und die Oboe sind besonders häufig genutzte Instrumente für die charakteristischen Märsche der Bruderschaft, die zu Ehren Marias und Jesus gespielt werden. Ab und zu hält der Zug an, und jemand stimmt eine Saeta an, ein nur in Andalusien üblicher, flamenco-ähnlicher Klagegesang. Dann scheinen alle den Atem anzuhalten und Stille legt sich auf die Straßen Sevillas.

Überhaupt herrscht eine eigentümliche Stimmung in diesen Tagen zwischen Palmsonntag und Ostersonntag in der Stadt. Stunde um Stunde, Tag für Tag ziehen die Bruderschaften durch die Straßen und der Alltag scheint für eine Woche still zu stehen. Überall liegt der Geruch von Kerzenwachs und Weihrauch in der Luft, vermischt mit dem Duft der Orangen, die noch leuchtend reif an den sattgrünen Bäumen hängen. Auf den Balkonen der Häuser entlang dem offiziellen Weg der Bruderschaften durch die Innenstadt drängeln sich die Menschen genauso wie auf den Gehsteigen. Alles scheint in Bewegung. Menschen weinen und lachen gleichzeitig, rufen den Marienfiguren auf den Pasos Worte zu, bekreuzigen sich. Sind die Pasos und der größte Teil der Prozession vorbeigezogen, drängeln sich die einen oder anderen durch die Reihen der Nazarener hindurch, um den Beginn einer weiteren Prozession nicht zu verpassen. In der Nacht zum Karfreitag und am Karfreitag selbst scheint der absolute Höhepunkt der Prozessionen in Bezug auf ihre Dauer und Intensität, aber auch auf die Stimmung erreicht.

Und wenn am Mittag dieses Tages gegen halb zwei die Bruderschaft La Macarena wieder ihre Mutterkirche erreicht, wenn sich der Zug der Bruderschaft Esperanza von Triana langsam über die Brücke gewunden hat und wieder auf der anderen Seite des Guadalquivir am Ende ihrer langen Prozession angekommen ist, wenn die Teilnehmer sich erschöpft, aber ausgelassen nach zwölf Stunden Marsch in die Arme fallen, machen sich die Mitglieder von der Bruderschaft El Cachorro von der kleinen Kirche del Cristo de la Expiración in einem anderen Teil der Hauptstadt des Südens schon wieder bereit für ihren ganz persönlichen Höhepunkt des Jahres.

Alle Prozessionen folgen einem offiziell festgelegten Weg durch die Innenstadt, der immer die Kathedrale einschließt. Sie dauern zwischen 4 und bis zu fast 13 Stunden, je nachdem wie weit die Mutterkirche von der Kathedrale entfernt liegt. Besuchern Sevillas sei geraten, sich entweder einen der an dieser „carrera official“ aufgestellten Stühle zu mieten oder sich entlang des Weges einen Stehplatz zu sichern, um die Prozessionen an sich vorbeiziehen zu lassen. Man kann aber auch die im Internet unter semana-santa.org aufgeführten Tipps und Empfehlungen für jeden Tag beherzigen, an welchen Stellen, welche Prozession am beeindruckendsten ist. Behilflich mit Informationen sind natürlich auch die Fremdenverkehrsbüros der Stadt.

Quelle: FVA Spanien / bearbeitet von pairola-media


 
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