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Unterwegs in den Wüsten Tunesiens
Veröffentlicht am Freitag, 29.Oktober 2004 um 08:00 Uhr
Thema: Tunesien Reisen
Wer eine Reise ins Innere Südtunesiens unternimmt kann vieles entdecken: Den üppigen Charme der Oasen, die wilde Kargheit von Wüste und Bergen, die vorzeitliche Ursprünglichkeit der Höhlendörfer (Matmata, Tataouine usw.).Unvergeßlich bleiben Wandersafaris mit Geländewagen, Mountain-Bike- und Fahrradtouren über den Salzsee Chott El Djerid, den schon Karl May so lebendig beschrieb und an dessen Südrand schließlich die Sahara beginnt.


Die Schönheit der Sahara.
Foto: FVA Tunesien

Im Rahmen der Förderung des Sahara-Tourismus wird der Süden verstärkt in das touristische Angebot aufgenommen. In der Nähe der Oasen wurden Hotels mit Tennisplätzen, Swimmingpools, Reitclubs und Freizeiteinrichtungen gebaut.

Matmata - das Höhlendorf
Inmitten der Bergwelt, 40 Kilometer südlich der Küstenstadt Gabes und etwa 80 Kilometer süd-westlich von Djerba, liegt das Höhlendorf Matmata. Hier spielt sich das Leben weitgehend unterirdisch ab. Zum Schutz vor Hitze, Kälte und Sandstürmen haben die Matmati-Berber eine auf der ganzen Welt einzigartige Wohn-Architektur entwickelt: Unterirdische „Wohnkrater" mit Wohnräumen, Vorratskammern und sogar Ställen für Kleintiere. Die in den weichen Lehmboden gegrabenen Höhlen gruppieren sich in ein oder zwei Etagen um einen offenen Innenhof. Man betritt sie durch einen tunnelartigen Gang oder - sportlicher - anhand von Strickleitern.Zwar sind viele der früheren Bewohner inzwischen in moderne Siedlungen am Fuß der Berge gezogen, aber einige kleinere Troglodytengemeinden (Troglodyten = Höhlen-Bewohner) leben noch heute dort wie vor Hunderten von Jahren. Sie zeigen Fremden für ein Trinkgeld gerne ihre Wohngrotten, wo Getreide gemahlen, Fladenbrot gebacken und Olivenöl gepreßt wird. Man kann sogar stilecht in einem Höhlenhotel übernachten.

Die Ksars - Speicherburgen der Nomaden
„Ghorfas" sind tonnenüberwölbte Vorratskammern aus Lehm, die wie Bienenwaben über- und nebeneinanderliegen und zusammen einen „Ksar", ein befestigtes Dorf, bilden. Sie dienten als Vorratsspeicher und gelegentlicher Wohnsitz von Großfamilien. Hundert und mehr ineinander verschachtelte Speicherräume sind durch Treppen und Leitern miteinander verbunden. Viele Ksars sind heute verlassen, manche wurden zu einfachen, aber stimmungsvollen Hotels umgebaut wie in Metameur und im weiter südlich gelegenen Ksar Haddada.Über die kleine Verwaltungsstadt Medenine führt der Weg entlang des imposanten Felsmassivs Djebel Dahar südlich nach Tataouine, dem Mittelpunkt mehrerer Ksar-Dörfer. Montags und donnerstags bringt ein bunter Wochenmarkt Leben in die verschlafene Stadt. Und im März/April findet hier alljährlich das berühmte „Festival der Ksours" statt, bei dem einige Tage lang ekstatisch gefeiert.

Chenini -Adlerhorst der Berber
Von Tataouine führen asphaltierte Straßen zu den berühmten Bergdörfern. Wie die Ränge eines Amphitheaters ziehen sich Gorfas und Höhlen von Chenini die terrassierten Bergflanken empor. Hoch oben auf dem Bergsattel thront eine leuchtend weiße Moschee. Die Aussicht ist malerisch.Sehenswert sind auch die Orte Douirat, Guermessa und Ghumrassin, der riesige aus dem 14. Jh. stammende Ksar von Beni Barka und - ganz im Süden - die sehr gut erhaltene Speicherburg von Ouled Soltane, die heute noch bewohnt wird.

Die Bergoasen - der Balkon der Sahara
Wenn die Oasen zur Wüste gehören, so gibt es in Südtunesien drei Ausnahmen: Chebika, Tamerza und Mides. Diese außergewöhnlichen, auf Berggipfeln gelegenen Oasen sind es wert, einen Umweg zu machen, um die Hartnäckigkeit der Palmen zu bewundern, die zwischen schroffen Felsen wachsen. Wasserfalle sprudeln im Gestein, Häuser klammern sich in schwindelnder Höhe an die Felswand, blicken weit über das Land. Chebika war in der Römerzeit ein wichtiger Beobachtungsposten.

Quelle: FVA Tunesien / pairola-media


 
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