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Südafrika für Sportler
Veröffentlicht am Mittwoch, 15.September 2004 um 03:00 Uhr
Thema: Afrika Reisen
Wäre Winston Churchill Südafrikaner gewesen, er hätte sein „no-sports"-outing nie über die Lippen gebracht: weil's im Land am afrikanischen Kap nur peinlich gewesen wäre und ihn ohnehin niemand verstanden hätte. Man sagt den Südafrikanern nach, dass man sie wochenends entweder in persona auf dem Rugbyfeld, in der Fußball-Arena oder beim Kricket trifft oder - vor dem Femseher, wo Stunden lang nichts als Sportnachrichten gesendet werden.
Dabei muss die Berichterstattung notwendigerweise nicht einmal in internationalen Pfründen fündig werden, wird auf heimischen turfs doch ein Wettkampf nach dem anderen ausgetragen.

Südafrikaner sind also sportbegeistert, ja. Kein Wunder, da sie von einem Land umgeben sind, dessen vielfältige Landschaften das Ausüben jeder bestehenden Sportart zulässt. Und wo sogar neue Sports kreiert werden, wie sandboarding zum Beispiel. Sandboarden ist kein Problem und nichts als Fun, wenn man snowboarding beherrscht, sagen die Leute von Downhill Adventures und fügen hinzu, dass jeder es lernen kann. Man muss nur den Mut haben, sich auf den Kämmen der höchsten Dünen im Westen oder Osten von Kapstadt auf ein Brett zu stellen und herabgleiten zu lassen - bei jeder Abfahrt schneller und in waghalsigeren Schwüngen.

Wem das noch nicht genug Adrenalin durch die Adern jagt, der kann vom Gipfel des Tafelberges im Sattel eines Trek-Mountain Bike talwärts sausen - just bis zum „schönsten Ende der Welt", dem Kap der guten Hoffnung oder geradewegs hinein in den Schmelztiegel Cape Town - wo man scheinbar an alles gewöhnt ist.


Im Meer an Südafrikas Küsten finden Taucher faszinierende Pflanzen und Fische.
Foto: South African Tourism

Auch an die Massen von Marathonsportlern, die sich alljährlich zum traditionellen Comrades-Marathon auf der Kaphalbinsel treffen. Straßenläufe haben in Südafrika übrigens eine große Anhängerschaft, so dass an nahezu jedem Wochenende Wettkämpfe über Distanzen von zehn Kilometern bis ewig-weit veranstaltet werden. Um noch beim Tafelberg Massiv, stellvertretend für alle Gebirge des Landes, zu bleiben: es lässt sich von Extrem-Hikern auch an überhängenden Cliffs erklimmen. Vielleicht klingt daneben die Aussage, dass man als ganz normaler Wanderer auf 300 ausgewiesenen Wegen allein diesen Berg hinaufkommt, etwas trivial. Doch gemach: das Wandern, so wie weitere, weniger spektakuläre Körperertüchtigungen haben höchsten Stellenwert in Südafrika. Tsitsikamma Trail, Otter Trail, Wildemess Hiking Trail... diese Namen sind Aufforderungen an ernsthafte Wanderer, ihre Ausdauer einmal mehr auf diesen und zahllosen anderen Wanderwegen des Landes zu erproben. Nicht, dass Spaziergängern nicht genauso viele „Auswege" blieben.

Und sogar Ski-, Langläufer und Snowboarder kommen zu ihrem Recht: allwinterlich in den Hängen der Drakens- und der Witteberge. Zwar lassen die Pisten ein wenig an Längen vermissen, doch hat die Schweiz ja auch keine Küste...



Einer der schönen Golfplatze in Western Cape.
Foto: South African Tourism

Desweiteren schaue man sich die Golfplätze Südafrikas an oder, wenn keine Ahnung von den Qualitätsmaßstäben eines solchen courses vorhanden ist, die Liste der World-Tops: von den rund 400 Golfplätzen Südafrikas sollen über 100 landschaftlich grandioser liegen, als die Mehrzahl auf dem Rest der Welt, und derer zwölf stehen im Ruf, die Schönsten überhaupt zu sein.

Übrigens melden sich an dieser Stelle noch einmal die Radfahrer zu Wort, denn obwohl die Infrastruktur des Landes Fahrradwege bisher außer acht gelassen hat, genießen bicycle-riders auf südafrikanischen Straßen höchste Priorität. Gerade, wenn man ihnen in den Weinregionen begegnet und der zweirädrige Fahrstil nicht mehr ganz so stringent zu sein scheint.

Da haben es jene, die auf Pferden zum wine-tasting angereist sind, möglicherweise einfacher, denn die freundlichen Hottemäxchen dieser Gegend finden den heimischen Stall von ganz alleine wieder. Ein Ausritt entlang der Traumstrände des Landes (es hat derer unzählige auf gut 3000 Kilometern Küste) gehört ins Repertoire eines jeden Pferdeliebhabers, Ausritte entlang des Kommetjie Beach sind Kult. Herrlich die Brandung, in der die Pferde mit dem Wind galoppieren, während im Hintergrund Surfer sich zu ihrem Ritt auf die Kämme jener Wellen schwingen, die zu den höchsten, „coolsten" der Welt zählen. Doch auch die Brecher vor Durban zählen zu den Surfer-Dorados, sind ein Muß für jeden ernsthaften Wassersportler „upwards". Downwards hingegen tummeln sich die Anhänger eines anderen Extrems: des Tauchens - zwischen Haien, im Käfig oder eindeutig weniger Abenteuer-orientiert in Wracks und zwischen den nahezu unberührten Riffen der Kosi Bay an der Ostküste oder im Aliwal Shoal vor Durban. Meeres-Biologen behaupten, dass es kaum eine Fischart gibt, die nicht in den Gewässern vor Südafrika oder in den Bächen, Flüssen und Seen im Landesinneren zu Hause ist.

Wer sich da nicht das Hobby des Hochseefischens, des Fels- oder Strandangelns oder Fliegenfischens erkoren hat, ist kein Südafrikaner und manch ein Besucher des Landes „got hooked for ever".

Bleiben wir bei den Bächen und Flüssen und registrieren die rafting-Aktivitäten der Wildwasser-Kanuten, und da, wo sich Brücken über die Wasserläufe spannen, sind Bunjeejumper nie weit. Klar, dass die höchste Jumperbridge in Südafrika steht, allerdings verbindet die Blouwkran's Bridge keine Flussufer, sondern die schwindelerregend tiefen Felsen der gleichnamigen Schlucht.

Segler, Windsurfer, Segelflieger, Heißluft-Ballon-Fans, Drachenflieger, Fallschirmspringer und sogar Jäger sind in Südafrika am Ziel für Aktivurlaub. Und falls wir an dieser Stelle vergessen haben, eine Sportart aufzulisten, so kann man sich trösten: sie wird in Südafrika garantiert ausgeübt. Bemie Ecciestone spricht ja sogar davon, seinen Bann aufzuheben und Südafrika wieder einen Formel-Eins Grand Prix zuzugestehen.

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Quelle: Kleber / pairola-media


 
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