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Altertum triff Partyleben auf Ibiza
Veröffentlicht am Sonntag, 20.Juni 2004 um 17:47 Uhr
Thema: Spanien Reisen
Schon für die Phönizier war Ibiza die magische Insel, die von den Göttern gesegnet war. Es wurde als glücksbringend angesehen kleine Amulette bei sich zu tragen, die mit Erde der Balearen-Insel gefüllt war. Angesichts der hohen Besucherzahlen scheint sich auch bis heute nichts an der magischen Anziehungskraft der Insel geändert zu haben.

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Surfer vor Ibiza. Foto: Tourspain
Bereits im Altertum wusste man genau um die Vorteile der Insel. Nach ihrer Entdeckung im Jahr 654 v. Chr. durch die Phönizier wurde Ibiza-Stadt unter dem Namen Ibossim gegründet und zählt damit zu den ältesten Städten Europas. Ibiza wurde zu einer der wichtigsten Handelsstationen im Mittelmeerraum. Schon damals gab es einen grossen Hafen, starke Festungsmauern und beeindruckende Häuser. Das begehrteste Gut Ibizas war das 'Weisse Gold' - Salz. Auch heute noch wird in den von den Phöniziern angelegten Salzfeldern, den Salinen im Süden der Insel, aus Meerwasser Salz gewonnen.

Im Zuge der punischen Kriege endete die Herrschaft der Phönizier jedoch und die Insel fiel den Römern zu, die sie zu einer freien Konföderationsstadt machten. Von ihrer Anwesenheit zeugen heute noch einige Bauwerke und besonders die beiden römischen Statuen, von denen das Haupttor zur Altstadt geziert wird.
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Die Treppe Escalinata en dalt vila auf Ibiza. Foto: Tourspain
Wesentlich prägender für Kultur und Folklore der Insel war die Herrschaft der Araber, die im 9. Jahrhundert begann. Der arabische Einfluss auf die Insel ist bis heute im Dialekt der Bewohner, in den Tänzen und Musikinstrumenten und auch in der Architektur der Häuser zu spüren. Auch die Wirtschaft der Insel erfuhr wieder eine Blütezeit und sorgte für Wohlstand unter der Bevölkerung.

Am 8. August 1235 schließlich nahmen die Katalanen die Insel für sich ein. Einer Legende zufolge war dies nur durch den Verrat des Bruders des Kalifen möglich. Dieser hatte sich mit seinem Bruder um eine Haremsdame gestritten. Gekränkt verriet er den Katalanen einen geheimen Eingang in die als uneinnehmbar geltende Festung.

Mit den Katalanen hielt auch das Christentum Einzug auf der Insel. Die Moschee wurde niedergerissen und an ihrer Stelle entstand die heutige Kathedrale; die Dörfer wurden nach Heiligen umbenannt und es entstanden mit der Zeit die vielen christlichen Kirchen.
Heute begeistert Ibiza seine Besucher jedoch nicht in erster Linie mit seiner bewegten und interessanten Geschichte. Die meisten Touristen kommen wegen des Strandlebens und dem breiten Unterhaltungsangebot auf die Insel. Begünstigt wird der Tourismus natürlich auch durch das traumhafte Klima. Auch im Winter sinken die Temperaturen fast nie unter den Gefrierpunkt. Tagsüber liegen die Temperaturen auch von November bis April bei circa 15 Grad Celsius, doch in der Sonne werden schnell 25 Grad erreicht, die zu langen Spaziergängen einladen.
Und auch während der Wintersaison ist ein Besuch in jeder Hinsicht lohnend: man hat die Insel quasi für sich allein, an der Stränden herrscht Ruhe und weder Liegen noch Sonnenschirme versperren die Sicht. Die Wintermonate sind genau richtig, um sich auf Ibiza ohne den Trubel der Sommersaison zu entspannen.


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Das Stadtbild von Ibiza. Im Hintergrund die Kathedrale. Foto: Tourspain
Beliebteste Reisezeit bleibt aber der Sommer: Millionen von Sonnenhungrigen bevölkern jedes Jahr die herrlichen Strände der Insel.

Hauptanlaufpunkt der Gäste ist die Hauptstadt Eivissa, mit ihren am Strand gelegenen Vororten Figueretas und Playa d’en Bossa. In Ibiza Stadt konzentrieren sich all die Attraktionen, die den Reiz der Insel ausmachen: während man tagsüber durch die verwinkelten Gassen der Altstadt bummeln kann, pulsiert hier abends das legendären Nachtleben. Zahlreiche Boutiquen laden zum Geldausgeben ein und in den vielen Restaurants kann man in einem ruhigen Innenhof die lokalen Spezialitäten geniessen.

Auf keinen Fall versäumen sollte man die Altstadt, die sich am besten zu Fuss erkunden lässt. Innerhalb der meterdicken Festungsmauer fühlt man sich wie ins Mittelalter zurückversetzt. Die alten Stadthäuser sind immer noch bewohnt und man kann hier die Ibizenkos in ihren traditionellen Trachten beobachten. Durch die prachtvollen Portale der Häuser blickt man auf kunstvolle Treppenaufgänge, kleine Kapellen oder begrünte Innenhöfe.

Darüber hinaus sollte man zur alten Festung hinaufsteigen, von deren Zinnen aus sich ein spektakulärer Ausblick ergibt. Vom Vorplatz der gotischen Kathedrale Nuestra Senora de las Nieves hat man den besten Blick auf den Hafen, der abends von zahllosen Lichtern erhellt wird. Hier liegt auch das archäologische Museum, das eine bedeutende Sammlung an punischen Fundstücken beherbergt, die alle von der Insel stammen.

Direkt unter der Festungsanlage gelangt man ins Viertel Sa Penya. In den engen Strassen, die von Häusern im arabischen Stil gesäumt werden, spielt sich das Nachtleben der Stadt ab. Hier reiht sich eine Bar an die Nächste und die Boutiquen haben bis nach Mitternacht geöffnet. Besonders in den zum Hafen führenden Strassen Calle Mayor und Calle de la Virgen werden die ausgefallensten Outfits zur Schau gestellt, getreu dem Motto: sehen und gesehen werden.

In den Lokalen, die direkt am Wasser gelegen sind kosten die Getränke etwas mehr, dafür sitzt man jedoch in der ersten Reihe, um das bunte Treiben genau zu beobachten. Zu späterer Stunde zieht es vor allem die jüngeren Besucher in die grossen Clubs und Discos. Das Pacha, das Amnesia oder das Privilege sind längst zu festen Institutionen geworden und allein diese Namen locken die Besucher aus ganz Europa an. Denn im Sommer legen hier die bekanntesten DJs auf und es werden die wildesten Partys gefeiert.
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Strassencafé im Hafen. Foto: Tourspain
Die beiden anderen touristischen Zentren der Insel liegen in San Antonio sowie Santa Eulalia.

San Antonio ist die zweitgrößte Stadt auf Ibiza und war bis vor kurzem vor allem bei britischen Gästen sehr beliebt. Doch zunehmend entdecken auch Deutsche, Skandinavier und sogar Amerikaner den Badeort für sich. Auf der schönen Promenade lässt es sich angenehm flanieren und die seicht abfallenden Strände garantieren sicheres Badevergnügen.

Zentrum der Stadt ist der Hafen, an dem die Promenade verläuft und auf dessen Wasser sich stets elegante Yachten, kleine Schnellboote und Fähren bewegen. Von den Römern erhielt er den Namen Portus Magnus und gilt als einer der schönsten natürlichen Häfen in Europa. Die Plaza lädt mit ihren Blumenbeten und Springbrunnen zum Verweilen ein und am 24. August findet hier das alljährlichen Feuerwerk zu Ehren des heiligen Bartholomäus statt.

Entlang des Rathauses reihen sich die Cafes und Bars aneinander und in Richtung Yachthafen findet man sehr gute und exklusive Restaurants. Hier liegen auch die alte Wehrkirche aus dem 14. Jahrhundert und die meisten Geschäfte und Boutiquen. Viele Strassen hier sind begrünt worden oder wurden in Fussgängerzonen umgewandelt, was für ein harmonischeres Bild des Stadtkerns gesorgt hat.

Santa Eulalia ist die drittgrößte Stadt der Insel und da sie vor allem bei Familien mit Kindern und älteren Gästen populär ist, geht es hier im Ganzen ruhiger und gemäßigter zu als in Eivissa oder San Antonio. Im Gegensatz zu den beiden anderen Städten, die als die Partyhauptstädte der Insel gelten, ist Santa Eulalia das kulturelle Zentrum Ibizas. Hier findet man die Top-Restaurants, den eleganten Yachthafen, Kunstgalerien und luxuriöse Einkaufsmöglichkeiten.

Von den örtlichen Behörden wurden große Geldsummen investiert um den Ort zu einem attraktiven Urlaubsziel zu gestalten, das einem anspruchvollen Publikum gerecht wird. So wurde zum Beispiel die prächtige Promenade gebaut, die entlag des breiten, auch künstlich angelegten Sandstrandes verläuft. Kilometerlang kann man hier spazieren, vorbei an Palmen, kleinen Gartenanlagen und Springbrunnen.

Daneben spielt sich das Leben hauptsächlich auf der Calle San Jaime –der baumbestandenen Hauptstrasse auf der man sich mittags zum Kaffee trifft - und der Calle San Vicente – der Restaurantstrasse mit ausgelassenem, mediterranem Flair – ab. Um den Yachthafen herum befinden sich ebenfalls Geschäfte, gute Restaurant und Bars, so dass sich die elegant gestaltete Anlage zu einem beliebten Treffpunkt entwickelt hat.

Daneben sind auch Es Cana und Portinatx noch nennenswerte Urlaubsorte, die jedoch wesentlich kleiner ausfallen und vor allem bei Familien beliebt sind, die einen entspannten Urlaub suchen.

Auch hier gibt es schöne Strände, dafür aber ein weniger breites Angebot an Restaurants und Unterhaltung. Richtig lebhaft wird es in Es Cana meist nur Mittwochs, wenn auf dem Gelände des Clubs Punta Arabi der traditionelle Hippiemarkt stattfindet, der jugendliche Gäste aus den großen Zentren anlockt.


Quelle: pairola-media


 
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