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Einmal durch den Suez Kanal
Veröffentlicht am Mittwoch, 24.Januar 2007 um 08:48 Uhr
Thema: Reiseberichte
Ein Kanal schrieb Welt(schifffahrts )-Geschichte
„Malboro Channel“ - so nennen Seeleute weltweit den Suez-Kanal - wegen der Zigarettenwährung. Vom Lotsen bis zum Kanalinspektor bekommt jeder eine Stange. Sogar der Arzt der Kanal-Gesundheitsbehörde. „Warum der kontrolliert, weiss kein Mensch“, wundert sich Kapitän Michael Pfaue über gar nichts mehr, „denn hier ist sowieso alles anders.“ Vor allem auch die Spitzen-Gebühren. Rund 250.000 US-Dollar muss die Reederei für eine Passage hinblättern. „Die Ägypter wissen genau, dass sie mit ihren Gebühren knapp unter den Schiffskosten liegen, die man in unserem Fall für den fünftägigen Umweg rund Südafrika rechnen müsste“, erklärt der Kapitän, „auch dass wir durch den Zeitgewinn jeweils ein weiteres Schiff sparen.“

In weitem Bogen spannt sich eine Lichterkette von Afrika nach Asien. MS „CMA CGM Voltaire“ schleicht sich im Bohrinsel-Slalom durch die Bucht von „El Suweis“ oder Suez bis zum Ankerplatz.
Der Mond sichelt im Morgenrot. Geradezu winzig die tief unter unserer Brücke wie an einer Perlenschnur aufgereihten Spielzeughäuser von Alt-Suez. Wie mag es hier 1869 ausgesehen haben, als Kaiserin Eugénie und Ferdinand Lesseps unter „Aida“-Klängen die 171 Kilometer lange und rund 500 Meter breite Wasserstraße eröffneten!

Pumpentrick
13 „Wüstenschiffe“ formieren sich am nächsten Morgen zu einem Konvoi. Über Funk schwallen arabische Kehllaute. „CMA CGM Voltaire“ wird die dritte Position zugewiesen. Spitze ist die „P&O Nedlloyd Honshu“. Ein ungewöhnlicher Kunde schwimmt im Acht-Knoten-Tempo mit: der 305.000-Tonnen-Tanker „Nordmillennium“ mit normalerweise 22 Metern Tiefgang. Allerdings erleichtert um 100.000 Tonnen. Die sind nämlich durch eine Pipeline ans nördliche Kanalende gepumpt worden, wo sie zurück an Bord fließen, erklärt Kapitän George Bull im Funkgespräch den Hintergrund der ungewöhnlichen Methode: „Bei Zeitmangel oder wenn wir Löschhäfen im Mittelmeer haben. So können auch wir den Kanal passieren, der nur zugelassen ist für maximal 19 Meter tiefgehende Schiffe“.
Hinter einer Signalstation bläht sich der Kanal auf – zum Großen Bittersee. In der diesig-blauen Weite, getrübt durch einen von der Sinai-Halbinsel herüber fegenden Sandsturm, ankert eine ganze Flotte von Frachtern. Der See als Rangierbahnhof im Einbahnverkehr des Suez. Täglich dampfen zwei Geleitzüge aus Norden, einer aus Süden hindurch.

Ein- und Ausblicke
Ismailia, die wohlhabende Verwaltungsstadt. Hinter einer gepflegten Uferpromenade mit Dattelpalmen halten sich luxuriöse Villen vornehm zurück. Moschee und koptische Kirche dösen friedlich nebeneinander in der Mittagsglut. „Das ist die Sommerresidenz des Präsidenten“, zeigt der Lotse auf einen Prachtbau direkt am Kanal. Während sein Kollege Ruderkommandos gibt, spielt er Fremdenführer. Gestik und Mimik des fröhlichen Ägypters lassen die Brücke unter Lachsalven dröhnen. Ernst wird er bei Al Kantara, wo ein Denkmal mit zwei erbeuteten israelischen Panzern an den Sechstagekrieg 1967 erinnert. „Erde und Wasser waren hier damals blutgetränkt.“ Noch immer ist das Ufer gespickt mit Militärposten und Pontons zur schnellen Kanalüberquerung. Die neue Hochbrücke findet nicht die Billigung des Lotsen: „Ein Tunnel wäre aus vielen Gründen besser gewesen: mehr Sicherheit, unbegrenzte Passagehöhe, zum Beispiel für Bohrinseln, und niedrigere Kosten.“ 
Reisfelder spiegeln sich in Wasserquadraten. Der vom Nil abgezweigte 100 Kilometer lange Bewässerungskanal macht´s möglich: aus Gelb wird Grün. „Der Wüstenboden ist da drüben in über 500.000 Hektar fruchtbares Ackerland verwandelt worden“, so der Lotse. Erst ab Horizont dehnen sich im Osten endlose Sandfelder.  
Wir lassen Port Said links liegen. Der Tiefwasserweg führt östlich an der Stadt, arabisch Bur Sa´id, vorbei. Minarette und Kräne grüßen im Gegenlicht herüber. „Salam, gute Reise und Tschüß!“ verabschieden sich die beiden freundlichen Ägypter nach zwölf Stunden Kanalfahrt und preschen im Lotsenboot zu ihrer Station. Das Mittelmeer bläst uns kühl ins Gesicht. Die Container röhren im harten Wind. Abschied vom Orient.
Nur noch 3700 Seemeilen bis zum fahrplanmässigen Ende der Reise in Hamburg.

Historisches
Der Suezkanal mit seinen 171 Kilometern Länge zwischen dem Roten Meer und dem Mittelmeer ist eine der meistbefahrenen Seestraßen der Welt. Hafenstädte sind Suez am Roten Meer und Port Said am Mittelmeer. Der Kanal wurde durch die Landenge von Suez durch den Timsah-See und den Großen und Kleinen Bittersee gebaut. Es sind keine Schleusen notwendig. Befahren werden kann der Wasserweg von Schiffen mit einem Tiefgang von 19 Metern. Seine maximale Breite beträgt 365 Meter.
Die alten Ägypter waren weniger an einer direkten Verbindung vom Mittelmeer zum Roten Meer interessiert, mehr an einer Verbindung vom Nil zum Roten Meer. Erste Vorhaben dazu werden schon Sesostris I. in der 12. Dynastie des Mittleren Reiches zugeschrieben. Das Projekt Bubastis / Suez wurde allerdings erst unter Necho II. begonnen und durch Darius I. beendet.
Napoleon beauftragte 1799 eine Kommission zur Planung eines Kanals. Sie kam allerdings zu der Ansicht, dass dieses Projekt nur unter größten Problemen zu realisieren sei. Grund hierfür waren fehlerhafte Messungen des Wasserstandes und daraus resultierende Niveauunterschiede zwischen Rotem und Mittelmeer. 1846 wurde durch eine Expertengruppe aus Österreichern, Franzosen und Engländern festgestellt, dass die Höhenlage beider Gewässer annähernd gleich ist. Damit war der Weg frei zum Bau. Auf Bestreben des französischen Konsuls in Kairo, Ferdinand de Lesseps erteilte der ägyptische Vizekönig Said Pascha 1856 der "Compagnie Universelle du Canal Maritime de Suez eine auf 99 Jahre ab Fertigstellung befristete Konzession. Die Pläne zum Bau des Kanals stammen von dem Österreicher Alois von Negrelli, im April 1859 war Baubeginn, die Fertigstellung im März 1869 und die feierliche Eröffnung mit 6000 geladenen Gästen aus aller Welt am 17. November 1869.
Durch den Bankrott des ägyptischen Staates sicherte sich 1875 England die Mehrheit der Kanalaktien und die militärische Kontrolle über den Kanal, allerdings garantierte eine Konvention von 1888 die freie Durchfahrt für Handels- und Kriegsschiffe aller Nationen.
1956 wurde durch den ägyptischen Staatspräsidenten Nasser der Suez-Kanal verstaatlicht. Als Folge dieser Maßnahme kam es zu einem kriegerischen Überfall durch englische, französische und israelische Truppen. Noch im gleichen Jahr wurde ein Waffenstillstand geschlossen. Während des ägyptisch-israelischen Krieges 1967 wurde der Kanal wieder geschlossen – mehrere Schiffe, u.a. die deutschen Frachter „Münsterland“ und „Nordwind“, waren damals im Großen Bittersee eingeschlossen - und 1975 durch den ägyptischen Präsidenten Saddat wieder für die internationale Schifffahrt geöffnet.

 

Suezkanal im Überblick

• Länge: 171,25 km zwischen Mittelmeer und Rotem Meer

• Erbauer: Ferdinand de Lesseps (1805 -  1894)

• Bauzeit: April 1859 – November 1869 (erste Bauversuche schon 1290 v. Chr. Durch Ramses II.); Kontrolle der Kanalzone bis 1956 durch britische Truppen, danach durch Ägypten (trotz vertraglicher Nutzungsregelung bis 1968)

• Feierliche Eröffnung: 17. November 1869 durch den Khediven Ismail Pascha mit Premiere der Verdi-Oper „Aida“; erstes Schiff: „L´Aigle“ mit der französischen Kaiserin an Bord

• Erdbewegungen: 75 Mio. Kubikmeter durch 25.000 Arbeiter

• Baukosten: rund 20 Mio. Pfund Sterling

• Seewegverkürzung: rund 56 %

• Fahrtzeit: rund ein Tag unter Lotsenberatung (interessante Einblicke in Landschaft und Leben links und rechts des Wüstenkanals)

• Transitkosten: z.B. für einen 100.000-Tonnen-Containerfrachter: 250.000 US-Dollar (Gebühren drittwichtigste Einnahmequelle Ägyptens); zeitlich und kostenmäßig günstiger als eine über 24-tägige Umrundung Umrundung Afrikas ab Hamburg

• Konvois: Start zwei Mal täglich in Suez (Süden) bzw. Port Said (Norden) unter Nutzung von Ausweichstellen, u.a. im Großen Bittersee

• Schiffsgrößenbegrenzung: voll abgeladene 150.000-Tonnen-Tanker (max. Tiefgang: 19 m)

Dr. Peer Schmidt-Walther


 
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